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Google-Unternehmensprofil: der wichtigste Kanal, den kaum jemand pflegt

Wenn jemand in Innsbruck nach „Restaurant in der Nähe" sucht, entscheidet nicht Ihre Website darüber, ob er kommt, sondern der Kasten rechts oben: Name, Sterne, Öffnungszeiten, drei Fotos, ein Link zur Speisekarte. Dieser Kasten ist Ihr Google-Unternehmensprofil, er ist kostenlos, und bei erschreckend vielen Betrieben besteht er aus Daten, die jemand 2021 eingetragen hat. Dieser Beitrag geht durch, was daran wirklich Wirkung hat – und was man sich sparen kann.

Laptop und Notizbuch auf der Theke eines kleinen Restaurants, Gastraum im Hintergrund

Das Wichtigste in Kürze

  • Primärkategorie exakt setzen („Tiroler Restaurant" statt allgemein „Restaurant"), Nebenkategorien sparsam.
  • Speisekarten-Link eintragen – Gäste brechen ab, wenn dort ein PDF oder gar nichts liegt.
  • Feiertage und Betriebsurlaub als Sonderöffnungszeiten hinterlegen; falsche Zeiten kosten mehr als fehlende.
  • Alle zwei bis vier Wochen ein neues Foto. Profile ohne aktuelle Bilder wirken geschlossen.
  • Auf jede Bewertung antworten, auf schlechte kurz und sachlich. Die Antwort schreiben Sie für den nächsten Leser, nicht für den Verfasser.

Kategorien: der eine Eintrag, der am meisten bewegt

Die Primärkategorie ist das stärkste Signal im ganzen Profil, weil sie mitbestimmt, bei welchen Suchen Sie überhaupt auftauchen. Trotzdem steht bei den meisten Lokalen dort einfach „Restaurant".

Wählen Sie so genau, wie es Ihr Betrieb hergibt: „Tiroler Restaurant", „Pizzeria", „Café", „Weinbar", „Berggasthof". Genauer ist besser, weil Sie damit in einer weniger umkämpften Menge stehen und die Gäste, die Sie erreichen, näher an dem sind, was Sie tatsächlich anbieten.

Nebenkategorien sind nützlich, aber nur ehrliche. Zwei bis vier, die Sie wirklich erfüllen („Frühstückslokal", „Biergarten"). Wer sieben Kategorien anhäuft, um überall vorzukommen, verwässert das Hauptsignal und sammelt Gäste ein, die mit anderen Erwartungen kommen.

Öffnungszeiten – Sonderzeiten sind der Punkt

Reguläre Öffnungszeiten trägt fast jeder ein. Was fast niemand pflegt, sind die Sonderöffnungszeiten: Feiertage, Betriebsurlaub, Ruhetag in der Nebensaison, verkürzte Küchenzeiten.

Das ist der wahrscheinlich häufigste vermeidbare Ärger im ganzen Kanal. Google zeigt „Öffnet um 11:30", jemand fährt zwanzig Minuten, steht vor einer verschlossenen Tür – und hinterlässt einen Stern. Umgekehrt gilt: Wer über die Feiertage geöffnet hat und das eingetragen hat, taucht bei „heute offen" auf, während die Konkurrenz ausgefiltert wird.

Tragen Sie außerdem die Küchenzeiten dort ein, wo das Profil es zulässt. Ein Gast, der um 21:45 kommt und nur noch ein Getränk bekommt, ist unzufriedener als einer, der es vorher gewusst hätte.

Die Speisekarte im Profil – wo die meisten Gäste abbrechen

Google bietet ein eigenes Feld für einen Speisekarten-Link, und das ist bei einem Gastronomiebetrieb einer der am häufigsten geklickten Punkte im ganzen Profil. Was dort in der Praxis liegt, ist meistens eines von drei Dingen: nichts, ein PDF oder eine Unterseite der Website, die auf dem Handy nicht funktioniert.

Alle drei Varianten kosten Gäste an derselben Stelle. Beim PDF passiert Folgendes: Der Gast tippt, wartet auf einen Download, öffnet ihn in einem Viewer, zoomt, verschiebt, findet die Getränke nicht und schließt. Er entscheidet dann nicht gegen Ihr Essen, sondern gegen den Aufwand.

Was dort hingehört, ist eine mobil gebaute Karte, die in zwei Sekunden lädt: große Schrift, Kategorien zum Antippen, aktueller Stand. Wenn Sie ohnehin eine digitale Speisekarte mit QR-Code betreiben, ist die Adresse genau dieselbe – Sie tragen den Link Ihrer Karte einmal ein und haben ihn damit an Tisch, in Google und in Ihrer Instagram-Bio.

Fotos: Aktualität schlägt Qualität

Ein Profil mit vier Fotos aus 2021 wirkt wie ein Betrieb, der halb geschlossen ist. Wichtiger als perfekte Bilder ist deshalb eine erkennbare Frequenz – alle zwei bis vier Wochen etwas Neues.

Sinnvoll ist eine Grundausstattung, die die Fragen beantwortet, die ein Gast vor dem Kommen hat.

  • Außenansicht bei Tageslicht, sodass man die Tür wiedererkennt – das ist tatsächlich funktional beim Suchen.
  • Zwei bis drei Innenansichten mit Gästen, aber ohne erkennbare Gesichter ohne Einverständnis.
  • Vier bis sechs Gerichte, die für Ihr Haus typisch sind, nicht nur die hübschesten.
  • Terrasse oder Garten, wenn vorhanden – bei Suchen im Sommer der stärkste Einzelfaktor.
  • Ein Bild vom Team. Wird überraschend oft angesehen.

Bewertungen: die Antwort schreiben Sie für den nächsten Leser

Bewertungen sind der Teil des Profils, über den man am wenigsten Kontrolle hat, und deshalb der, bei dem die Reaktion zählt. Der entscheidende Gedanke ist: Ihre Antwort auf eine schlechte Bewertung ist nicht für den Verfasser bestimmt. Der ist weg. Sie schreiben für die zwanzig Leute, die sie danach lesen, während sie überlegen, wo sie am Samstag essen.

Deshalb funktioniert kurz und sachlich, ohne Gegendarstellung. Bedauern, dass es nicht gepasst hat, ein konkreter Satz zur Sache, ein Angebot zum direkten Kontakt. Fertig. Eine lange Verteidigung, die Punkt für Punkt widerlegt, mag sachlich richtig sein und schadet trotzdem, weil Leser die Länge als Konfliktbereitschaft lesen.

Und beim Sammeln: Nach Bewertungen fragen darf man, Anreize dafür setzen nicht. Der Weg, der zuverlässig funktioniert, ist der einfache – am Ende eines guten Abends persönlich fragen, wenn die Stimmung erkennbar passt. Ein QR-Code auf der Rechnung, der direkt zum Bewertungsformular führt, senkt die Hürde zusätzlich.

Was Sie sich sparen können

Damit der Aufwand im Rahmen bleibt, hier die Gegenliste. Die Beiträge-Funktion („Posts") wird bei Restaurants wenig gelesen und rechnet sich nur, wenn Sie ohnehin Aktionen kommunizieren. Die Produkte-Funktion ist für Gastronomie kaum sinnvoll, weil sie für Handel gebaut ist. Und die manuelle Pflege einer kompletten Gerichteliste direkt im Profil ist doppelte Arbeit – dafür ist der Speisekarten-Link da.

Die 80 Prozent des Ergebnisses stecken in vier Dingen: richtige Kategorie, korrekte Öffnungszeiten inklusive Sonderzeiten, ein funktionierender Speisekarten-Link und regelmäßig neue Fotos. Der Rest ist optional.

Häufige Fragen

Kostet ein Google-Unternehmensprofil etwas?

Nein, das Profil selbst ist kostenlos. Bezahlt wird nur Werbung, die davon unabhängig ist. Wer Sie anruft und Geld für die „Freischaltung" oder „Verifizierung" Ihres Eintrags verlangt, ist kein Google-Partner.

Wie lange dauert es, bis Änderungen sichtbar sind?

Öffnungszeiten und Fotos meist innerhalb von Stunden. Kategorien und Namensänderungen können mehrere Tage dauern, weil sie geprüft werden.

Was mache ich, wenn jemand mein Profil ohne mein Wissen angelegt hat?

Solche Einträge entstehen automatisch aus anderen Quellen. Über die Funktion „Inhaberschaft beanspruchen" fordern Sie das Profil an; die Bestätigung läuft je nach Fall per Postkarte, Telefon oder Video.

Soll die Speisekarte auf meine Website oder auf die digitale Karte zeigen?

Auf die Version, die auf dem Handy am schnellsten lesbar ist. Wenn Ihre Website eine mobil gut gebaute Kartenseite hat, nehmen Sie die. Ein PDF ist in beiden Fällen die schlechteste Option.

Bringt es etwas, Bewertungen zu beantworten?

Für die Wahrnehmung eindeutig ja – ein Profil, in dem der Inhaber sichtbar reagiert, wirkt gepflegt. Als direkter Rankingfaktor wird der Effekt in der Branche unterschiedlich eingeschätzt; der Aufwand ist so gering, dass sich die Frage kaum stellt.

Google ändert Funktionen und Bezeichnungen im Unternehmensprofil regelmäßig. Die beschriebenen Prinzipien bleiben stabil, einzelne Menüpunkte können in Ihrer Ansicht anders heißen.

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