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Food-Fotos mit dem Handy, die tatsächlich verkaufen

Bilder sind der einzige Teil einer Speisekarte, der messbar etwas an der Bestellung ändert – Gerichte mit Foto werden häufiger gewählt als Gerichte ohne. Der Grund, warum trotzdem so viele Karten bildlos bleiben, ist selten Überzeugung, sondern ein Kostenvoranschlag: Ein Fotoshooting für 40 Positionen kostet mehr, als die meisten Betriebe dafür ausgeben wollen. Die gute Nachricht ist, dass ein Handy der letzten drei Generationen für eine digitale Speisekarte völlig ausreicht. Die schlechte: Der Unterschied zwischen einem Foto, das verkauft, und einem, das abschreckt, entsteht in den zehn Sekunden vor dem Auslösen.

Person in Kochjacke fotografiert einen angerichteten Teller mit dem Smartphone am Fenster

Das Wichtigste in Kürze

  • Fensterlicht von der Seite, Deckenlicht und Blitz aus – das ist der größte Einzelhebel.
  • Aus 45 Grad fotografieren, nicht von oben und nicht auf Augenhöhe.
  • Teller randvoll ausrichten, Hintergrund leerräumen, Fettspritzer wegwischen.
  • Zwölf gute Fotos schlagen vierzig mittelmäßige – fotografieren Sie die Margenbringer zuerst.
  • Immer im Querformat und ohne Filter aufnehmen; zuschneiden lässt sich später, Licht nicht.

Licht ist 80 Prozent der Arbeit

Praktisch jedes schlechte Food-Foto aus der Gastronomie hat dasselbe Problem: Es wurde abends bei Deckenlicht aufgenommen. Warme Gastro-Beleuchtung ist für Gäste gemacht, nicht für Kameras. Sie kommt von oben, wirft harte Schatten auf den Teller und färbt alles orange, was der Automatikmodus des Handys dann mit einem blaustichigen Weißabgleich zu retten versucht. Das Ergebnis sieht nach Kantine aus, egal wie gut das Gericht ist.

Die Lösung kostet nichts: Fotografieren Sie am Fenster, tagsüber, mit dem Licht von der Seite. Nicht von hinten (dann ist der Teller im Schatten), nicht von vorne (dann ist das Bild flach), sondern von links oder rechts. Bewölkter Himmel ist besser als direkte Sonne, weil er die Schatten weicher macht. Ein Blatt weißes Papier oder eine Serviette auf der Schattenseite hellt die dunkle Hälfte auf – das ist der ganze Trick, den Foodfotografen mit einem Reflektor machen.

Und der Blitz bleibt aus. Immer. Der Handyblitz sitzt direkt neben dem Objektiv, was das Essen platt und die Sauce speckig aussehen lässt.

Der Winkel entscheidet, welches Gericht Sie überhaupt fotografieren dürfen

Es gibt drei brauchbare Perspektiven, und jede passt zu einer anderen Art von Gericht.

  • 45 Grad – die Standardperspektive, so wie der Gast den Teller sieht, wenn er sich hinsetzt. Funktioniert für fast alles: Hauptgerichte, Schnitzel, Pasta, Burger.
  • Direkt von oben – nur für flache, grafische Anordnungen: Bowls, Pizza, Frühstücksbretter, mehrere Teller gemeinsam. Ein Steak von oben sieht aus wie ein brauner Fleck.
  • Auf Augenhöhe – für alles mit Höhe: Burger im Querschnitt, Torten, Cocktails, Bierglas mit Schaumkrone. Hier kommt die Schichtung zur Geltung.

Die fünf Fehler, die jedes Handyfoto ruinieren

Wenn wir Bilder von Kunden für ihre Karte übernehmen, sind es fast immer dieselben fünf Dinge, die uns zum Nachfragen bringen.

Erstens: der Hintergrund. Auf einem Bild sieht man das Gericht – und dahinter die Salzstreuer, eine Zewa-Rolle und den Ärmel vom Kellner. Räumen Sie den Bildausschnitt komplett leer. Es ist erstaunlich, wie professionell ein Foto allein dadurch wirkt.

Zweitens: der schmutzige Tellerrand. Ein Fettspritzer oder ein Saucentropfen am Rand fällt am Tisch niemandem auf und auf einem Foto sofort jedem. Vor dem Auslösen einmal mit einem feuchten Tuch über den Rand.

Drittens: Digitalzoom. Der macht das Bild matschig. Gehen Sie stattdessen näher heran – oder fotografieren Sie mit Abstand und schneiden Sie danach zu, das ist qualitativ identisch.

Viertens: das falsche Gericht. Etwas, das schnell zusammenfällt (Souffle, Pommes, Eis), muss binnen einer Minute fotografiert werden oder gar nicht. Fotografieren Sie es frisch aus der Küche, nicht das Rückläufer-Exemplar.

Fünftens: Filter. Ein aufgedrehter Instagram-Filter, der Grün ins Neon zieht, macht Fleisch grau und Sauce künstlich. Wenn Sie nachbearbeiten, dann nur Helligkeit, Kontrast und eventuell etwas Wärme – zurückhaltend.

Ein Fototermin, 20 Bilder: der praktische Ablauf

Der effizienteste Weg ist nicht, nebenbei im Service zu fotografieren, sondern einmal 90 Minuten zu blocken – am besten vormittags an einem Ruhetag oder vor dem Mittagsgeschäft.

Räumen Sie einen Tisch am Fenster frei und legen Sie zwei Untergründe hin: ein dunkles Holzbrett und ein hellen Leinentuch. Damit deckt man fast alles ab, weil hellere Gerichte auf dunklem Untergrund besser aussehen und umgekehrt. Dann lässt die Küche in Zwanzig-Minuten-Blöcken anrichten, und Sie machen von jedem Gericht drei bis fünf Aufnahmen aus leicht unterschiedlichen Winkeln. Aussortiert wird danach am Rechner, nicht am Handy.

Wichtig ist die Reihenfolge: Fangen Sie mit den Gerichten an, die Sie verkaufen wollen – die mit der besten Marge und die, die Sie für Ihr Haus typisch finden. Wenn nach 60 Minuten die Küche gebraucht wird, haben Sie die wichtigen zwölf im Kasten. Eine Karte, auf der die zwölf wichtigsten Positionen ein gutes Bild haben und der Rest keines, wirkt übrigens deutlich stimmiger als eine Karte, auf der alle vierzig ein mittelmäßiges haben.

Ein Foto, drei Verwendungen

Fotografieren Sie immer im Querformat und mit etwas Luft um das Gericht herum. Der Grund ist nicht die Optik, sondern die Wiederverwendbarkeit: Aus einem querformatigen Bild mit Rand lassen sich alle Formate schneiden, die Sie brauchen. Aus einem knapp gerahmten Hochformat-Bild nicht.

Dieselbe Aufnahme wandert dann in die digitale Speisekarte, in Ihr Google-Unternehmensprofil und in den Instagram-Feed. Das ist relevanter als es klingt: Bilder im Google-Profil sind einer der wenigen Hebel, mit denen ein Lokal in der lokalen Suche auffällt, und die meisten Profile haben dort nur ein Handyfoto der Fassade.

Wo die Bilder dann landen

Auf einer gedruckten Karte sind Bilder aus zwei Gründen unbeliebt: Sie kosten Druckfläche und sie machen jeden Nachdruck teurer. Deshalb sieht man sie dort fast nur bei Systemgastronomie.

In einer digitalen Karte fällt diese Rechnung weg – ein Bild kostet keine Seite und keinen Nachdruck, und wenn ein Gericht von der Karte geht, geht das Bild mit. In unseren Karten sind Bilder für Artikel und Kategorien ab dem Professional-Plan enthalten; Sie laden sie direkt vom Handy ins Dashboard. Was Sie im Analyse-Dashboard danach sehen, ist der eigentlich interessante Teil: welche Kategorien Ihre Gäste am häufigsten öffnen – und damit, wo ein Bild sich am ehesten lohnt.

Häufige Fragen

Reicht mein Handy wirklich, oder brauche ich eine Kamera?

Für eine digitale Speisekarte, ein Google-Profil und Instagram reicht jedes Smartphone der letzten drei bis vier Generationen. Eine Systemkamera bringt Vorteile bei sehr wenig Licht und bei großen Drucken – für Bildschirmgrößen sehen Sie den Unterschied kaum.

Soll ich im Porträt- bzw. Kinomodus fotografieren?

Besser nicht. Der Porträtmodus rechnet die Unschärfe künstlich und trifft die Kante zwischen Teller und Tisch oft falsch, was an den Rändern ausgefranst aussieht. Der normale Fotomodus mit etwas Abstand ist zuverlässiger.

Wie viele Bilder brauche ich für eine Karte?

Zwischen zehn und zwanzig. Sinnvoll sind ein Bild pro Kategorie plus die Gerichte, die Sie aktiv verkaufen wollen. Eine Karte, in der jede Position ein Bild hat, wird auf dem Handy schnell unübersichtlich – und lädt langsamer.

Was mache ich mit Gerichten, die einfach nicht fotogen sind?

Manche Gerichte – Gulasch, Suppen, alles Braune – bekommt man mit vertretbarem Aufwand nicht attraktiv hin. Lassen Sie die ohne Bild. Eine gute Beschreibung verkauft ein Gulasch besser als ein mittelmäßiges Foto.

Darf ich Bilder aus dem Internet oder von Lieferanten verwenden?

Nur mit ausdrücklicher Nutzungserlaubnis, und auch dann ist es unklug: Ein Stockfoto, das nicht zu dem passt, was serviert wird, erzeugt genau die Enttäuschung, die Sie vermeiden wollen. Bilder von Ihrem eigenen Teller sind rechtlich sauber und ehrlicher.

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